SBCS Arbeitsmodell

Gesellschaftlich unternehmerisches Handeln zu klassifizieren ist eine herausfordernde Aufgabe, zu der die Wissenschaft bis jetzt in einem noch nicht so wirklich zufriedenstellenden Ergebnis gekommen ist. Daher haben wir ein Arbeitsmodell entwickelt, welches sich drei zentraler Differenzierungskategorien bedient:

  1. Erzielt ein Unternehmen/Organisation/Projekt eine gesellschaftliche Verbesserung, insbesondere über seine/ihre Kernprozesse? – Social Improvement?
  2. Ist das primäre Anliegen der unternehmerischen Tätigkeit ein gesellschaftliches Anliegen? – Social Intention?
  3. Woher kommen das Geld, die liquiden Mittel? – Cash Flow?
Arbeitsmodell Social Business

Arbeitsmodell Social Business

Zuerst fragen wir uns ob ein Unternehmen, eine Organisation oder ein Projekt eine gesellschaftliche Verbesserung in Bezug auf eine Problemstellung über seine/ihre Kernprozesse erzielt. Dabei ist zu bedenken, dass sowohl gesellschaftliche Verbesserung als auch das was als Problemstellung auszumachen ist, sehr kulturgebunden und von gesellschaftlichen Standards abhängig ist.

Sehen wir, dass ein Unternehmen eher keine gesellschaftlichen Verbesserungen bewirkt oder bezweckt, dann stellen wir eine Unterfrage. Nämlich ob das Unternehmen CSR-Aktivitäten (Corporate Social Responsibility) setzt, und sich im Sinne des Corporate Citizenship als Akteur in einem gesellschaftlichen Umfeld versteht und sich gesellschaftlich engagiert, z.B. über Spenden oder andere Aktivitäten die ein Verantwortungsbewusstsein zeigen. Wohlgemerkt kann es sich heutzutage kaum noch ein Unternehmen leisten nicht wirklich auf den Tripple-Bottom-Line-Claim „People, Planet, Profit“ zu setzen. Unternehmen die sich gesellschaftlich engagieren, d.h. CSR-Aktivitäten setzen nennen wir „Responsible Businesses“. Organisationen die das überhaupt nicht tun, bezeichnen wir als „Conventional Business“, einer unserer Wahrnehmung nach zahlenmäßig kleiner werdenden Spezies.

Die nächste Frage die wir stellen lautet, ob das primäre Anliegen oder die primäre Absicht der unternehmerischen Tätigkeit ein gesellschaftliches Anliegen ist. Gibt es also eine „gesellschaftliche“ Intention, die die unternehmerische Aktivität in ihrem Kern überhaupt ausmacht? Zu beurteilen ist das beispielsweise über Mission-Statements, Leitbilder, Kommunikationskanäle etc. die zum Ausdruck bringen, warum sich der Unternehmer, das Management-Team oder die Führungskräfte sich „wirtschaftlich“ engagieren. Ein gutes Beispiel ist der Chocolatier Josef Zotter. Sein klares Ziel, das heißt seine primäre Intention ist es die besten Schokoladen der Welt zu produzieren. Als „Nebenprodukt“ – um die beste Qualität gewährleisten zu können – baut er wie selbstverständlich „nachhaltig“ faire Beziehungen zu seinen Lieferanten auf. Unternehmer/Organisationen dieses Typus bezeichnen wir als „Social Impact Businesses“.

Ist bei einem Unternehmen/einer Organisation eine primäre „gesellschaftliche“ Intention ausgemacht, dann stellen wir die Frage nach der Herkunft des Cash Flows, das heißt woher das Geld bzw. die Umsätze kommen. Hier unterscheiden wir drei Größenklassen:

  • In der Größenklasse 1 sehen wir Unternehmen/Organisationen die zwischen 0% und 20% ihrer Umsätze über den Markt generieren, d.h. diese nur in einem untergeordnetem Ausmaß über den Markt erwirtschaften, unterscheiden wir Non-Profit-Organisations (NPOs), Civil Society Organizations (CSOs) oder Non-Governmental Organizations (NGOs). Sie erzielen eben zwischen 80% und 100% ihrer Einnahmen als Gegenleistung für Dienstleistungen oder Produkte für das Gemeinwohl von der öffentlichen Hand oder privaten Philanthropen.
    Beispiele NPOs: Caritas, Ärzte ohne Grenzen, Klinik-Clowns
    Beispiele CSOs: Freiwillige Feuerwehr, Landjugend
    Beispiele NGOs: attac, Amnesty International, WWF
  • Organisationen/Unternehmen in der Größenklasse 2 mit Umsätzen zwischen 20% und 80% die über den Markt gemacht werden definieren wir „Social Hybrids“. Sie bedienen sich in der Regel sehr ausgewogen dem Marktprinzip, als auch dem Commitment von philanthropischen und öffentlichen Akteuren.
    Beispiele (mit Steiermarkbezug) wären BAN, Bicycle, Atempo
  • Größenklasse 3 umfasst mit 80% bis 100% der Umsätze über Marktstrukturen unsere Kategorie der „Social Businesses“. Sie können relativ unabhängig von der öffentlichen Hand existieren und legitimieren ihre Existenz über das Prinzip Angebot und Nachfrage. Beispiele wären u.a. Compuritas, Weltläden, eine Welt Handel, Grameen Bank, Bonergie
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