Kaminabend #1: Studienaktie – Rückblick

„Bildung ermöglichen, wo sie unmöglich erscheint“ – Studienaktie Österreich beim ersten Kaminabend des Social Business Club Styria

10.000 Menschen pro Jahr können laut einer Schätzung von Studienaktie Österreich ihr persönliches Bildungsprojekt nicht finanzieren – trotz eines an sich großzügigen Förderwesens in Österreich. Doch wie kommt das? Und welche Lösungen gibt es dafür?

Christoph Holzhaider

Christoph Holzhaider

Der Geschäftsführer von Studienaktie Österreich, Christoph Holzhaider, war Gast beim ersten Kaminabend des Social Business Club Styria am 03. März in der Freien Galerie in Graz. In einem gemütlichen Umfeld erklärte er diese Zahl und gab ein eindrückliches Beispiel: Ein 30-jähriger Wiener, seit drei Jahren erfolgreich im Job, möchte sich beruflich umorientieren und Volksschullehrer werden. Da nur als Vollzeitstudium umsetzbar, ist er auf eine Finanzierung angewiesen, die jedoch durch das herkömmliche österreichische Finanzierungsnetz nicht möglich ist. Die Eltern sagen: Ein zweites Studium bezahlen wir nicht! Was also tun?

So gab Christoph Holzhaider einen Einblick in die Studienaktie: Sie ermöglicht eine Finanzierung von Bildungsprojekten, wenn andere Mechanismen nicht mehr greifen. Privatpersonen vergeben Bildungsdarlehen an Studierende mit einer dreifachen Rendite: Einer sozialen (ich fördere das Bildungssystem), einer privaten (ich lerne spannende Personen kennen und unterstütze sie) und einer finanziellen (ich erhalte das Geld mit einer Verzinsung zurück). Da nicht die Studienaktie selbst auswählt, was ein unterstützenswertes Bildungsprojekt ist, sondern der Pool an Privatinvestor/innen, ist diese Art der Bildungsfinanzierung völlig diskriminierungsfrei.

So soll Studienaktie auch Österreich erreichen. Mit all den Erfolgen und Schwierigkeiten, die den Aufbau eines Social Businesses begleiten. Seit 2013 ist Christoph Holzhaider damit beschäftigt, rechtliche Hürden zu überwinden, die Finanzierung zu sichern und Unterstützer/innen zu finden. Und dies auch erfolgreich: Bisher konnten z.B. 15 Aspirant/innen gefunden werden und zehn Bildungsinvestor/innen.

Als Absolvent der WU Wien ging es für ihn zunächst in eine große Wirtschaftsberatung, wo unternehmerische Lösungen allein dem Wohl des zu beratenden Unternehmens diente. Er lernte dort aber im Rahmen von Projekten auch Social Businesses kennen, wo unternehmerische Lösungen gesellschaftliche Herausforderungen verbessern sollen. Wie zum Beispiel die Studienaktie, die er im Rahmen des „Changemakers“-Programm mit Ashoka betreute und sich anschließend bereit erklärte, das Projekt „Aufbau in Österreich“ zu begleiten.

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